Es beginnt mit einem Tuch! – Ja, liebe Schwestern und Brüder, alles begann mit einem Tuch…
Eigentlich beginnt es immer mit einem Tuch. Wenn wir geboren werden als einfache, nackte Menschen, werden wir in ein Tuch gewickelt, damit wir nicht frieren. Entweder tut dies die Hebamme oder die Krankenschwester und in der modernen Zeit auch der frischgebackene Papa. Mit diesem Tuch möchte man dem Neugeborenen Wärme geben, einen Schutz für das Außen bieten und auch ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Der Körper gewöhnt sich langsam daran, bekleidet zu sein, etwas auf der Haut zu haben und sich situativ anzuziehen, damit es passt und dem Wetter angemessen ist. Es begann mit einem Tuch!
Wir beginnen heute mit dem Palmsonntag die Heilige Woche. Wir wissen, was Jesus Christus und was uns bevorsteht. Wir beginnen diese Woche – es ist der Beginn der Geburt des neuen Menschen durch Gottes Neuschöpfung. Heute nehmen die Kinder Jerusalems – wir können auch sagen, die Nachfolgegeneration der Hebräer – ihre Kleider und breiten sie ganz unten auf der Straße aus. Sie deuten damit an, dass da jemand kommt, der besonders ist. Es weißt sowohl auf die Unschuld der Menschen, die es ausbreiten, wie auch auf den hin, für den es ausgelegt wird.
Das Tuch, dem ich in der folgenden Woche unterstelle, dass es ein weißes ist, womöglich noch aus Leinenstoff gewebt – begleitet uns von Anfang an, wenn wir nun mit Christus in unsere Kirche ziehen, die für uns Jerusalem darstellt. Unsere Kommunionkinder ziehen dem Esel hinterher und zeigen uns das, was vor 2.000 Jahren geschehen ist. Noch ist das Tuch ganz sauber, doch es wird sich ab Gründonnerstag zur Osternacht hin verändern. Es wird »menschlich« werden – das Tuch!
Fortsetzung folgt…
Bild: Tobias Gaiser, in: Pfarrbriefservice.de