headeroben

Predigt in der Christmette 2019:

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Liebe ist verschenkte Zeit.

Der Evangelist Lukas und ein neugieriges Kind führten in diesem Jahr durch das Krippenspiel in der Stadtpfarrkirche. Aufgrund der schlechten Wetterprognosen fand die Feier in diesem Jahr erstmals wieder gänzlich in der Kirche statt. In seiner Begrüßung erklärte Pfarrer Johannsen den vielen hundert Menschen in der vollbesetzten Kirche, dass auch der Kirchenraum daran erinnert, dass Bethlehem überall ist. Auch Lohr wird zum Ort, an dem Jesus geboren werden konnte. Viele Kinder beteilgiten sich wieder am Krippenspiel, in dem der Evangelist Lukas einem Kind erklärte was damals vor 2000 Jahren in Nazareth und Bethlehem geschehen war. In seiner Predigt fragte Pfarrer Johannsen, ob alle Kinder lieb waren, so dass sie damit rechnen können, dass sie vom Christkind beschenkt werden. Er erklärte, dass Gott seine Liebe schenkt nicht als Belohnung für unser braves Verhalten, sondern ohne Erwartung. Er macht uns Menschen fähig, andere zu lieben ohne Berechnung.

Die Mütter der Kinder des Krippenspiels verteilten im Anschluss das Friedenslicht von Bethlehem.
Musikalisch wurde die Feier gestaltet von den Bläsern des Spielmannszuges und dem Kinderchor der Pfarrei unter Leitung von Kantor Alfons Meusert

Maria! Josef! Das Jesuskind! Schnell fallen die Antworten der Kinder aus der Kita St. Pius auf die Frage, welche Figuren unbedingt in eine Krippe gehören. Natürlich dürfen auch die Hirten, Ochs und Esel und die Könige nicht fehlen. Aber ein Waldarbeiter? War der auch dabei als Jesus geboren wurde. Als Pfarrer Johannsen die Figur des knorrigen Forstarbeiters hochhebt, herrschen zunächst Zweifel. Dann aber erklärt er, dass Lohr eine Stadt mit sehr viel Wald ist und deshalb von Menschen aus der Stadt, die im Forst arbeiten, diese Figur gestiftet wurde. Auch der Fischer wird nicht in der Bibel erwähnt, aber in der Lohrer Tradition spielt die Flussschifffahrt und die Fischerei eine große Rolle. Auf interessierter Ohren stoßen die Erklärung des Pfarrers bei den Kindern aus der Kita St. Pius bei ihrem Besuch in der Lohrer Krippenaussteillung. Er erzählt von der lebendigen Krippe des heiligen Franziskus und wie seit dieser Zeit Menschen versucht haben, das Geschehen in Bethlehem in ihr eigenen Städte und Dörfer zu holen. Mit großen Augen streifen die Kinder mit ihren Erzieherinnen um die Leiterin Christine Dietrich von Krippe zu Krippe und bewundern die große Rhöner Krippe, staunen über die Ostheimer Kinderkrippe und lachen über das Schwein auf dem Grill in einer selbstgebauten Krippe. Mit ihrer Leiterin Christine Dietrich hatte sich die Vorschulkinder und ihre Erzieherinnen aus der Lindigsiedlung auf den Weg gemacht und die Krippenausstellung im Pfarrheim Lohr besucht. Wie sie konnte auch die Kinder der KiTa Seeweg und der Grundschulen Lohr und Sackenbach mehr als vierzig Krippen und die Tradition des Krippenbaus kennenlernen. Und natürlich werden in den Familien auch Krippen gestaltet mit Hund, Katze und vielleicht bald, so die neueste Idee, mit einem Affen auf dem Stalldach.

 

Zum Luziatag am 13.12. luden der Kindergarten Seeweg und die Pfarreiengemeinschaft 12 Apostel wieder zur gemeinsamen Feier in die Stadtpfarrkirche und ins Pfarrheim St. Michael ein.

Pfarrer Johannsen begrüßte die Kinder und Familien und verdeutlichte, wie wichtig das Licht in dieser dunkeln Zeit ist. Gemeinsam wurde die zweite Kerze am Adventskranz entzündet bevor eine Kerze ihre eigene Geschichte erzählte und von ihrer Freude, sich zu verbrennen, um so Licht zu schenken. Die Pastoralassistentinnen Maria-Bernadette Reichert und Agnes Donhauser stellen in einem Interview die Heilige Lucia vor, die als Märtyrerin in Sizilien starb. Besonders bemerkenswert ist ihr Mut und ihre Phantasie, anderen Menschen zu helfen und so Licht in ihr Leben zu bringen.

Das wurde wieder eindrucksvoll deutlich beim Einzug der heiligen Lucia mit den Vorschülern aus der KiTa Seeweg. IN die dunkle Kirche kamen sie mit hellen Lichterkronen und weißen Gewändern. In ihren Händen trugen sie Körbe mit Lusekatter, dem traditionellen Gebäck am Tag der Heiligen Luzia in Schweden. Als Geschenk verteilen die Kinder sie an alle Besucher der Kirche. Im Anschluss ging es zur Märchenstunde ins Pfarrheim und zum Grillen in den beleuchteten Pfarrhof.

Lili Schürr erzählt von ihrem Aufenthalt in Tansania

 
Was tun nach dem Abitur wenn man nicht gleich an die Uni möchte? Manche nutzen die Zeit zum Arbeiten, Reisen oder Ausruhen. Lili Schürr, Studentin aus Lohr, wagte einen anderen Weg. Auf Vermittlung ihrer Tante meldete sie sich bei der Organisation FONELISCO (foundation of new life for Street children and orphans), die in Mwanza in Tansania eine Waisenhaus unterhält. Die Organisation wird von Studenten aus ganz Deutschland getragen und arbeitet ohne staatliche Hilfen. Von Anfang April bis Ende Juni lebte Lili Schürr dort und erzählte nun in einem Bildervortrag vor fünfzig Besuchern von ihren Eindrücken und Erfahrungen. Die herrliche Landschaft in der Nähe des Victoriasee kann nicht hinwegtäuschen von der großen Not, in der viele Menschen im Umland der Stadt Mwanza leben. V.a. Waisenkinder, deren Eltern oft an Aids gestorben sind, finden in Waisenhaus Illemela, das 1997 vom Sozialarbeiter Joseph Elias Mabinga gegründet wurde, Aufnahme. Lili Schürr erzählte von den Projekten und Hilfen, die sie begleiten durfte, aber auch von den alltäglichen Schwierigkeiten in der Organisation und Finanzierung des Projektes. Tiefe Eindrücke hinterließen bei ihr die landschaftliche Schönheit und die Herzlichkeit der Menschen. Mit Phantasie und Einsatz werden die Kinder trotz begrenzter Mittel nicht nur aufbewahrt, sondern gefördert und gebildet. Die deutsche Studentin übte sich auch in die Sprache ein, was ihr den Zugang zu vielen Dingen erleichterte. Dennoch musste sich auch erleben, dass bestimmte Verhaltensweisen und kulturelle Eigenschaften dem europäischen Denken nicht schnell verständlich sind. Begegnungen mit Menschen in Afrika ist immer auch ein Austausch und gegenseitiges Lernen. Angeregt und mit viel Eloquenz erzählte die junge Frau von ihren Erfahrungen und den Erlebnissen, die sich tief in ihre Erinnerung einprägten. Deutlich wurde auch, dass diese Zeit in Afrika auch die eigene Persönlichkeit geprägt hat.

Pfarrer Johannsen dankte Lili Schürr für ihren Vortrag und freute sich darüber, dass junge Menschen bereit sind, freiwillig sich für Projekte zu engagieren, die sich in den Dienst von anderen Menschen stellen. Er war

Familiengottesdienst „Nikolaus“ in Sackenbach

Wenn der Pfarrer den Weihnachtsmann aus der Kirche wirft

 

Lautes Lachen brandete auf als Stadtpfarrer Johannsen beim Familiengottesdienst in Sackenbach den Weihnachtsmann Jürgen Grote aus dem Chorraum warf. Schließlich war nicht er das Thema des Gottesdienstes, sondern der Heilige Nikolaus, Bischof von Myra und Kinderfreund. An der großen Barockstatue des Heiligen, die aus der Stadtpfarrkirche ausgeliehen wurde, entdeckten die zahlreichen Kinder schnell, woran man den Bischof Nikolaus erkennen kann: Mitra, Bischofsstab und die drei goldenen Kugeln, die davon erzählen, wie er drei Töchtern eines verarmten Kaufmanns half doch noch die Aussteuer für die Heirat zu erlangen.
Das Team der KiTa St. Pius um Christine Dietrich hatte den Gottesdienst vorbereitet und erzählten in der Geschichte vom steinernen Herz, wie ein Kaufmann, dessen Herz versteinert war, durch den Rat des Nikolaus vom armen Reichen zum reichen Armen wurde. Kinder trugen zu den einzelnen Buchstaben des Namens Nikolaus Bitten vor, die den Gottesdienstbesuchern selbst helfen sollten, ein wenig wir Nikolaus zu werden. So baten sie um wache Augen für die Not der Menschen, gute Idee zum Helfen, Liebe zu den Kindern, offene Augen und Ohren, die Fähigkeit leise zu sein, Aufmerksamkeit für Gott, Unruhe für das Kommen Jesus und gute Helfer in allen Sorgen.

Am Ende des Gottesdienstes stellten sich die neuen Kommunionkinder der Gemeinde vor: Sara Elena Heidenfelder, Bastian Grote, Tim Walter, Fabio und Davide Edelmann. Sie brachten einen Weinstock mit ihren Bildern als Symbol für die diesjährige Kommunionvorbereitung und ihren Wunsch, immer mehr in der Freundschaft mit Jesus zu wachsen.
Im Anschluss lud die Pfarrgemeinde zum gemeinsamen Mittagessen ins Pfarrheim in Erinnerung an den Bau des Gemeindezentrums vor 20 Jahren. Kirchenpflegerin Michaela Imhof konnte dazu mehr rund 70 Besucher begrüßen.

Seniorenforum St. Michael feiert Gottesdienst mit Krankensalbung und besucht die Krippenausstellung

 Der letzte Seniorennachmittag eines Jahres wird in der Stadtpfarrei St. Michael in Lohr traditionell mit einem Gottesdienst gefeiert, der verbunden ist mit der Möglichkeit zum Empfang der Krankensalbung. Rund 70 Senioren nutzten diese Gelegenheit. Anschließend lud das Team um Ursel Bauer ein zu Kaffee, Glühwein und Christstollen im Pfarrheim.

Pfarrer Johannsen gab einen Einblick in die Tradition des Krippenbaus. In der Regel setzt man den Beginn der figürlichen Darstellung der Geburt Jesu mit der Initiative des Heiligen Franziskus, der in der Heiligen Nacht 1223 im kleinen Ort Greccio die erste lebende Krippe gestaltete, um so den Menschen zu verdeutlichen, dass Weihnachten nicht nur die Erinnerung an ein historisches Ereignis ist, sondern Einladung, „Gott selbst in uns geboren werden zu lassen.“ Doch bereits vorher gab es ein großes Interesse an Erinnerungen der Menschwerdung Jesu. So barg die wichtigste Marienkirche des Westens, Santa Maria Maggiore, schon früh Reliquien der Krippe Jesu. Besonders die Orden, in der Barockzeit die Jesuiten und Kapuziner, förderten das Aufstellen von Krippen in den Kirchen. Die Botschaft war verständlich: „Gott kann überall Mensch werden.“ Aus diesem Gedanken entwickelte sich auch das Bestreben, das Geburtsgeschehen zu lösen von der Landschaft um Bethlehem und sie in andere Regionen zu versetzen. So entstanden die bekannten neapolitanischen Krippen, die die Geburt Jesu oft zum Randgeschehen werden lassen und große Alltagsereignisse darstellen. Auch die Tradition der Jahreskrippen erklärte der Pfarrer. Er erinnerte daran, dass die Stadtpfarrkirche Lohr lange keine Krippe hatte, da der Marienaltar mit dem großen Weihnachtsbild in der Mitte als Illustration der Menschwerdung Gottes galt. Später kamen Reste der Krippe der Kapuziner in die Kirche. Seit 2012 wird die große Krippe aus Lindenholz von Marion Martin ständig erweitert. In diesem Jahr kommt das Pferd als drittes königliches Tier dazu.
In der diesjährigen Hinausstellung von mehr als vierzig Krippen im Pfarrsaal waren Krippen aus Frankreich, Italien und der Rhön zu sehen. Außerdem konnte Besucher ein mehr als 100 Jahre altes Fatschenkind bestaunen. Viele mit Fleiß und Phantasie hergestellte Krippenlandschaften und Ställe zogen die hunderten Besucher in ihren Bann. Gleichzeitig konnte der Betrag von 600 Euro als Spende für das Caritas-Baby-Hospital in Bethlehem gesammelt werden.

„Wo Kolping drauf steht, muss auch Kolping drin sein“

Kolpinggedenktag 2019 in Lohr

 

Am Geburtstag des Gesellenvaters, am Hochfest Mariä Empfängnis, traf sich die Kolpingfamilie Lohr zur gemeinsamen Feier des Kolpinggedenktags. Den Anfang machte ein Gottesdienst in der Kuratiekirche St. Elisabeth auf dem Sommerberg. In seiner Predigt ging der Präses, Pfarrer Sven Johannsen, auf den Beschluss der Bundesversammlung ein, dass künftig das Logo des Kolpingwerkes, ein schwarzes „K“ auf orangen Hintergrund, um den Schriftzug „Kolping“ ergänzt wird. Seit 1928 war der einzelne Buchstabe „K“ das Markenzeichen des international agierenden Werkes des Gesellenvaters Adolf Kolping. Unter diesem Logo sammelten sich die tausenden Kolpingfamilien, die vielen hundert Einrichtungen wie Freizeitheime, Ausbildungsstätten, Schulen u.v.m. Viele heutige Menschen, so der Pfarrer, können aber daran nicht mehr erkennen, wer hinter den Angeboten steht. Deshalb wurde entschieden, den Schriftzug Kolping dem Bild hinzuzufügen. Es gehe nicht nur darum, eine corporate identity zu entwickeln, sondern vielmehr sich auch mit Person und Überzeugungen hinter die Angebote zu stellen. Kolping steht für die Werte Familie, Bildung, Arbeit und menschliche Gesellschaft. Und die Mitglieder des Kolpingwerkes setzen sich dafür ein aus dem Geist des Evangeliums wie es ihr Gründer getan hat.

Am Ende des Gottesdienstes dankte der Vorstand seinem ehemaligen Vorsitzenden Helmuth Rösslein für sein zehnjähriges Wirken und überreichte ein Präsent. Der kommissarische Vorsitzende Ingbert Wack ehrte zum Abschluss die Jubilare des Jahres 2019 für teilweise bis zu 65jähriger Mitgliedschaft in der Kolpingfamilie Lohr. Er dankte ihnen für ihren Einsatz und ihre Treue zum Werk Adolf Kolpings und blickte zuversichtlich in das kommende Jahr. Nach dem Gottesdienst lud der Vorsitzenden zum gemütlichen Beisammensein im Bistro des BKH ein.

 

Geehrt wurden in diesem Jahr:

„Ich trage deinen Namen nach Bethlehem“ in Lohr„Ich trage deinen Namen nach Bethlehem“ in LohrPG 12 Apostel beteiligt sich an Aktion der Benediktiner von Jerusalem
Seit einigen Jahren haben es sich die Benediktiner auf der Dormitioabtei in Jerusalem zur Aufgabe gemacht, in der Heiligen Nacht nach der Christmette mit vielen Pilgern zu Fuß nach Bethlehem zu gehen und dort in der Geburtsgrotte für Menschen zu beten, die ihnen ihre Anliegen anvertrauen. Sie tragen dabei eine große Schriftrolle mit mit den Namen vieler Menschen aus der ganzen Welt. Unter dem Motto „ich trage deinen Namen in der heiligen Nacht nach Bethlehem“ laden sie ein, sich in ausliegende Namenslisten einzutragen, die dann auf der Schriftrolle aufgezeichnet und in der Heilige Nacht an den Ort der Geburt Jesu gebracht werden. In der Stadtpfarrkirche St. Michael liegen bis einschließlich Montag, 16.12. Listen auf, in der auch Menschen aus Lohr und Umgebung ihre Namen eintragen können. Das Pfarramt gibt in der dritten Adventswoche dann die Name an die Abtei in Jerusalem weiter. Wenn auch unabhängig von der Aktion, bitten die Benediktiner um eine Spende für soziale Projekte im Heilgen Land. Dafür liegen in der Stadtpfarrkirche Briefumschläge aus, die entweder im Pfarrbüro abgegeben oder in den Klingelbeutel bzw. in einen der Opferstöcke eingeworfen werden können.

Der österliche Christus kommt den Menschen entgegen

Musikalische Meditation zum Altarbild in der Kirche Sackenbach

Zum Christkönigsonntag, dem Abschluss des Kirchenjahrs, lud die Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Sackenbach ein zur Betrachtung des Altarbildes im nun gereinigten Chorraum der Kirche. Pfarrer Johannsen interpretierte das Bild von Willy Jacob aus dem Jahr 1959, das von Lukas Gastl Anfang der Achtziger Jahre überarbeitet wurde. Musikalisch vertieften Friedericke Riedmann (Gesang), Dr. Christian Deffner (Saxophon und Blockflöte) und Markus Inderwies (Orgel) die Gedanken. Mehr als vierzig Besucher nahmen die Impulse auf. Den Mittelpunkt des Altarbildes über dem Tabernakel bildet die Darstellung des auferstandenen Christus mit den Wundmalen. Er breitet die Hände aus und geht dem Betrachter entgegen und ist so Symbol für das Ewige Leben, das der Glaube den Menschen als Ziel verheißt. Ihn umgeben in der oberen Sphäre die Seraphim und Kerubim und weitere Engel. Sie bilden die himmlische Kirche, mit der die Gemeinde in der Eucharistiefeier verbunden ist. Zugleich sind sie der Hinweis auf die „guten Mächte, die den Menschen treu und still umgeben.“ Im unteren Teil gruppieren sich wichtige Heilige der Gemeinde um den Auferstandenen: Martin, Wendelin, Kilian, Bonifatius, Maria, Caecilia, Gertraud und Elisabeth. Sie sind den Menschen, die die Kirche besuchen, Vorbild des richtigen Lebens und zugleich Zusage, dass die, die noch auf Erden leben, zum himmlischen Jerusalem gelangen können.

Die Musiker griffen die Gedanke auf und vertieften sie mit Werken von G.F. Händel, Louis Vierne, Flor Peeters und Francesco Cavalli. In den letzten Wochen wurden die Wände des Chorraums fachmännisch gereinigt, so dass dieser Teil der Kirche wieder hell erstrahlt. Im März folgen dann die Arbeiten im Kirchenschiff.

„Auf den Spuren des Volkes Israel“ – Erkundungstour von Diözesanbüro und Pfarreiengemeinschaft Lohr

„Von Dan bis Beerscheba“ so beschreibt die Bibel die Ausdehnung des Heiligen Landes von Nord nach Süd. Seinen Ursprung hat das Volk Gottes noch viel weiter südlich auf dem Sinai. So führte die gemeinsame Entdeckungstour von Diözesanbüro Mainspessart und Pfarreiengemeinschaft 12 Apostel am Tor zum Spessart unter der Leitung von Johannes Weismantel und Pfarrer Sven Johannsen vom Golan im Norden Israel bis zum Gottesberg Horeb auf dem Sinai. 40 Teilnehmer aus Lohr und dem ganzen Landkreis machten sich auf, um einen modernen Industriestaat, eine Wüstennation und die Heimat der Bibel noch intensiver kennenzulernen als es die klassischen Reisen zu den Orten Jesu vermitteln können. Von Tel Aviv, dem pulsierenden Zentrum der Moderne, das zugleich auch Zeugnis der Alija ist, der vor mehr als hundertzwanzig Jahren beginnenden Rückkehrbewegung von Juden aus der ganzen Welt nach Israel, ging es die traumhafte Mittelmeerküste entlang nach Haifa, dem toleranten Zentrum des Zusammenlebens von Gläubigen der verschiedensten Religionen und Zentrum der Bahai-Religion in Israel, bis nach Dan, einem der beiden kultischen Zentren des Nordreiches Israel in der Königszeit. Am Fuße des Hermons fanden sich die Besucher in einer paradiesischen Landschaft wieder mit rauschenden Zuflüssen des Jordans und urwaldähnlichen Baumanlagen. Das Nordreich war in der Frühzeit des Volkes Israel das eigentliche wirtschaftliche und politische Zentrum bis es 722 von den Assyrern erobert wurde. Im Golan beeindruckte der Blick über den See Genezareth und in die Gebiete des Libanons und Syriens. Gerade bn Galiläa wurde deutlich, dass die Entstehung des modernen Staates Israel nicht ohne die Bewegung der Kibbuzim zu erklären ist, die in sozialistischen Geist Lebensgemeinschaften und Keimzellen für die Bebauung des Landes wurden. Die Heimat Jesu ist aber auch Schauplatz vieler Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen Juden und Palästinensern, die oft in Vertreibung und Umsiedlung endeten. Im Pilgerhaus des Heilig Land Vereins am See konnten die Pilger aus Mainspessart die Stille und die atemberaubende Atmosphäre des Sonnenaufgangs über den Höhen des Golan genießen und so ein wenig vom biblischen Shalom, dem von Gott verheißenen Frieden, erahnen.

Durch das Jordantal ging es durch die judäische Gebirgswüste nach Masada, der Bergfestung Herodes d. Großen und dem letzten Widerstandszentrum am Ende des jüdischen Krieges. Eine Handvoll unermüdlicher Wanderfreunde erklommen den 400 Meter über dem Toten Meer liegenden Tafelberg über den berühmten Schlangenpfad und verzichteten so auf den angenehmen Transport mit der Seilbahn bei sommerlichen Temperaturen. Nach einem Bad im Toten Meer ging es in die Heimat der Erzeltern Abraham und Sara über Beersheba bis zum Ramon-Krater, dem größten Erosions-Krater im Negev, den man mit einem abenteuerlichen Gefährt auf einer waghalsigen Tour durchquerte.

Ein geistlicher Höhepunkt war sicher der nächtliche Aufstieg vom Katharinenkloster auf den Gottesberg Horeb. Fast allen gelang auch die Überwindung der Treppenanlage, die auf den letzten Höhenmetern in den Fels geschlagen ist. Unterwegs erzählte Pfarrer Johannsen die Geschichte des Volkes Israel beginnend von Abraham und Sara bis zum Auszug aus Ägypten und dem Bund Gottes mit seinem Volk auf dem Sinai. Als über dem Gottesberg die Sonne aufging erinnerte der geistliche Begleiter daran, dass die Bibel erzählt, dass Gott auf diesen Gipfel hinabgestiegen sei und mit Mose geredet habe wie „Menschen es tun“. Ein Besuch im Katharinenkloster, das Kaiser Justinian schon bauen ließ und in dem sich der Tradition nach noch heute der „brennende Dornbusch“ befindet, schloss einen anstrengenden, aber auch tiefe Eindrücke hinterlassenden Besuch am Ursprungsort des Gottesvolkes Israel ab. Mit vielen Eindrücken ging es in die Heilige Stadt Jerusalem, in der die Reisegruppe noch einmal die klassischen Orte der Jesusverehrung auf dem Ölberg und in der Altstadt besuchte.

Den Abschluss der Reise bildete der Besuch in der Geburtsstadt Jesu, Bethlehem, und dem Caritas-Baby-Hospital. Im modernsten Kinderkrankenhaus der Autonomiebehörde, das 1952 vom Jesuiten Ernst Schnydrig gegründet wurde, konnte Pfarrer Johannsen eine Spende aus der Kollekte des letzten Motorradgottesdienstes in Halsbach übergeben. Der Einblick in die Arbeit dieser Klinik war für viele Besucher wichtig, um so den Eindruck zu vermeiden, das Heilige Land sei ein „christliche Disneyland“. Viele Gruppen und Initiativen engagieren auch heute noch im Geiste Jesu für Menschen der verschiedenen Religionen.

Viele neue Eindrücke konnten die Gäste aus Mainspessart mitnehmen. Dazu gehörte auch die Begegnung mit Chaim Stern, dem Sohn des aus Wiesenfeld stammenden Isaak Stern, der noch Ende der dreißiger Jahre nach Israel auswandern konnte. Stern erzählte von seinen Begegnungen in Wiesenfeld und dem Schicksal seiner Familie, von deren Angehörige viele in KZs zu Tode kamen.

Johannes Weismantel hatte die Reise organisiert und konnte am Ende in launigen Sätzen auf eine gelungene Reise zurückblicken. In vielen Gottesdiensten und Impulse griff Pfarrer Johannsen das Erlebte auf und verband es mit den Berichten der Bibel.

Viele konnten durch diese Tage wieder einen neuen Zugang zum Ursprung des biblischen Glaubens, der aus der Wüste kommt, finden und kehrten gestärkt zurück in ihre Heimatgemeinden.

 

- Weitere Bilder folgen - 

Mit der Kinderbahn durch das Pfarrheim zogen die Vorschüler der KiTa am Seeweg mit den Teilnehmern des Seniorenehrentages durch das Lohrer Pfarrheim. Mit Liedern und Bewegungsspielen unterhielten die Gäste aus der KiTa nicht nur die mehr als achtzig Senioren, sondern animierten sie zum Mitsingen und Mitmachen.

Begonnen hatte der Seniorenehrentag in der Stadtpfarrkirche St. Michael mit einem Festgottesdienst zum Gedenktag „Unserer Lieben Frau von Jerusalem“. In seiner Predigt griff Pfarrer Johannsen die Aktion „Maria 2.0“ auf. Er fragte. „Muss ich wirklich erst die Gottesmutter bemühen, um festzustellen, dass in einer Kirchenleitung etwas falsch läuft, wenn kein Leitungsposten einer Hauptabteilung im Bischöflichen Ordinariat mit einer Frau besetzt ist. Reicht da nicht der gesunde Menschenverstand, der mir sagt, dass es wohl auch Frauen gibt, die etwas von Schule, Finanzen, Kunst oder Rechtsfragen verstehen.“ Maria, so der Pfarrer, ist zwar Urbild, dient aber weder für die eine noch die andere Seite als Werbeikone für ein bestimmtes Kirchenbild.
Nach dem Gottesdienst bewirtete Ursel Bauer mit ihrem Helferteam die Senioren der Lohrer Altstadt mit Kaffee und Kuchen bevor Margit Gottschalk mit den Ältesten der städtischen KiTa ein buntes und lebendiges Programm zum Herbst bot. Für die Stadt Lohr ehrte 3. Bürgermeisterin Ruth Steger die ältesten Teilnehmer, Anni Wirz, Ferdinand Hess und Karl Kister, mit Blumenstrauß und Bocksbeutel.

Pfarrer Johannsen zeigte in einem Bildervortrag wichtige Momente aus dem Leben der Stadtpfarrei, von den verschiedenen Seniorentreffen und -fahrten sowie den vielen Aktionen im Bereich Kinder, Jugend und Familien.
Das nächste Treffen der Senioren findet am 5.12. statt. Beginn ist mit der Messe mit der Möglichkeit zum Empfang der Krankensalbung um 14.00 Uhr in der Stadtpfarrkirche. Anschließend gibt es Kaffee und Christstollen im Pfarrheim. Gemeinsam wird dann die Krippenausstellung im Pfarrsaal besucht.

­